Hannover - Sichtlich gut gelaunt präsentierte sich Hannovers Fotografen-Legende Joachim Giesel bei der Nacht der Museen jüngst in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Der 85 Jahre alte Giesel, seit vielen Jahren auch Mitglied beim Verein Niedersächsische Sportpresse (VNS), konnte bei der Museumsnacht seine Ausstellung "Menschenbilder /Zeitgeschichte" in der Galerie für Fotografie (GAF) einem größeren Publikum zeigen. Die Galerie vertritt nach eigenen Angaben eine erzählende Fotografie, die sich kritisch mit der Welt auseinandersetzt - mit ihren Menschen und deren Lebensumständen.

Dazu passt auch das Werk von Joachim Giesel. Der gebürtige Breslauer hält mit seinen Bildern, Dokumentationen und Werbeaufnahmen seit mehr als 50 Jahren die politische, soziale, ökonomische und kulturelle Entwicklung in Deutschland fest. Auch der Sport spielt beim bekennenden Anhänger von Arminia Hannover eine große Rolle Er porträtierte Fußball-Größen wie Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß ebenso wie die Bundeskanzler von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl. Sehenswerte Fotos gelangen ihm auch beim Fußball-WM-Spiel zwischen Brasilien und der DDR 1974 im Niedersachsenstadion.

Ein fast schon historisches Foto gelang Giesel 1965 beim Besuch von Königin Elisabeth II in Hannover. Auch den Mann, der neben der Queen im Auto stand, hat er noch in guter Erinnerung. "Das war der damalige niedersächsische Ministerpräsident Georg Diederichs", antwortete Giesel auf eine entsprechende Frage. Die Vielfalt und die technische Brillanz seiner Fotos gefiel nicht nur den Besuchern. "Sie machen den Fotografen zu einer bedeutenden Figur der deutschen Fotogeschichte nach 1945", lobten die Museums-Organisatoren den Mann, der 1966 die Meisterprüfung als Fotodesigner bestanden hatte und dem der Ruhestand nicht anzumerken ist.

Peter Hübner, VNS

×
Diese Website benutzt Cookies. Durch die Nutzung unserer Website, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.